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Das „Widdemännchen“

(erweiterte Nacherzählung mit eigener Interpretation)

 

In Roden gab es das Widdemännchen in zwei Gestalten:

Einmal als Freund und Helfer des Menschen, allgemein als Heinzelmännchen oder Wichtel-/Wächtermännchen bekannt. Ein anderes Mal ist das Widdemännchen ein richtiger Plagegeist. Beginnen möchte ich mit dem Freund und Helfer:

Der Geschichte nach wohnte dieses Widdemännchen „em Widdem“, dem Pfarrwittum (Kirchengelände). Hier hatte es wegen seiner guten Taten den „Widdem – ein lebenslanges Wohnrecht.“ Als Roden noch ein reines Bauerndorf war, erzählte man sich, dass das Widdemännchen, um nur einige seiner guten Taten zu nennen, nachts dem Bauern die Ernte einholte und das Vieh molk; die Bauernstube reinigte und am Morgen die Kinder zu Schule begleitete. War ein Kind einmal krank, dann wachte das Widdemännchen an seinem Bettchen bis es wieder gesund war. Man erzählt sich weiter, dass das es nachts durchs Dorf lief um die Bauern zu warnen und dabei ausrief: „Der Matzen Pitt hat auf der Weibelsau de Schdän verreckt.“ Soll heißen:

„Der Matzen Pitt hat zu seinen Gunsten auf der Weibelsau (eine uralte Flurbezeichnung) die Mark (Grenzstein) versetzt“.

Die Dorfgeschichte berichtet aber auch von einem Widdemänchen, das ein schlimmer Plagegeist gewesen sein soll: In den späten Abendstunden soll dieser Kobold sein Unwesen getrieben haben. Man erzählte sich, dass es sich dabei um einen hutzeligen Zwerg mit einem großen Kopf und langem Bart gehandelt haben soll. Er lauerte hinter Ecken und Hecken, um sich dem Vorübergehenden auf den Rücken zu hängen, Dabei wäre er immer schwerer geworden, bis der Betroffene die Last nicht mehr tragen konnte und zusammenbrach.

In einer weiteren Mär, ähnlichen Inhalts, ist die Rede vom „Bittenmann“, die ich verkürzt im Original wiedergeben möchte:

„De Bittenmann wor en schwer, plomp Gestalt wie en groß Wasserbitt, on hot en Kopp, so dick wien Ochs. Das scheißlichst awwa anem, dat woren sei Hondsbään. Määschdens hod er im Jakel Gässchen gehuckt onn gelauert. Es ähner vorbeikomm, dann hadda sich dem off de Bockel gehang onn sich schlääfen geloss, bis dat arem Minsch sesammengefall es. Da Bittenmann wor freher zu seina Lewzeit en guuriger Kaafmann, der de Leit ausgesukkelt hot bis off de letschten Droppen Blout“

Die versteckte Botschaft in diesen beiden Geschichten könnte durchaus die besagte Last oder Bürde sein, die viele Menschen mit sich herumtragen. „Wie sagt man in Roden: „Jeder hat sein Päckelchen zu tragen“.

 

 
 
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