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Der Sompengäscht

 

In altersgrauer Vorzeit, als in Roden erst wenige Menschen lebten, befand sich im Bereich des Brillengrawen (Brühlgraben) in der Burrgass, ein ausgedehntes Sumpfgelände. Hohe und dichte Schilfgürtel säumten die Ufer eines Nebenarmes der alten Saar und die des Brillengrawens, über denen in den späten Abendstunden die Irrlichter tanzten, die man in der Dorfsprache „Draulichtcha = Drohlichter“ nannte. In diesem undurchdringlichen Schilf soll sich der Überlieferung nach ein Sompengäscht (Sumpfgeist) aufgehalten haben. Ein riesiges Wesen mit einem graugrünen Körper, der über und über mit Schlamm und Sumpfpflanzen bedeckt war. Trotz seines unheimlichen Aussehens und seiner Angst einflößenden riesigen Gestalt, war er ein gutmütiger Riese, der den Menschen nichts tat. Vielmehr war er für die Dorfbewohner ein Freund und Helfer. Damals mussten die Bauern, wollten sie zu ihren Wiesen an der Vuhlsschpetz (alte Flurbezeichnung) gelangen, das Sumpfgelände durchqueren. Ein gefahrvoller Weg, denn es führte nur eine schmale Furt über eine kleine Brücke dorthin. Dabei gerieten die Bauern des öfteren mit Pferd und Wagen vom Wege ab und drohten von dem Sumpf verschlungen zu werden. In ihrer großen Not und Todesangst riefen sie dann nach dem Sompengäscht, der eilte herbei und bewahrte Mensch, Tier und Wagen vor dem Untergang. Neben den Bauern beschützte der gute Geist aber ganz besonders die Dorfkinder. Die Kinder, die häufig bis in die späten Abendstunden in den Saarwiesen spielten, wurden von den über dem Sumpf tanzenden „Draulichtcha“ angelockt und liefen dabei in das dichte Röhricht und drohten in dem tückischen Boden zu versinken. Hier half ihnen der Sompengäscht heraus und führte sie wieder auf den rechten Weg. Die Dorfbewohner, insbesondere aber die Kinder, die anfänglich große Angst vor dem Sompengäscht hatten, liebten inzwischen ihren Beschützer, der sie vor vielfältigen Gefahren bewahrte und sahen in ihm einen Schutzengel, nur in einer anderen Gestalt.

 

 

(Walter Schmolenzky)

 

 
 
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